HERBARIUM

 

 

"Zwiegespräch mit dem Vater"

 

Basis und Ausgangspunkt dieser Arbeit ist ein Herbarium, das mein Vater im Zuge seiner Ausbildung im Jahre 1940 angefertigt hat.

Berührend ist die liebevolle Sorgfalt mit der diese Blätter angefertigt wurden.

Erstaunlich der gute Zustand, in dem sich die Pflanzen über 70ig Jahr erhalten haben.

Ergebnis dieser Spurensuche ist ein imaginäres Zwiegespräch mit dem Vater - eine persönliche Auseinandersetzung mit dem, was er durch sein gelebtes Beispiel vermittelt und durch sein Interesse und die Liebe zur Natur tief in mein Wesen versenkt hat.

Erhellend war diese Erkenntnis des Ursprungs der eigenen, produktiven Sammelleidenschaft.

 

Ich arbeite als Künstlerin häufig mit Fundstücken, organischen Materialien wie Knochen, Federn, Pflanzen, Insekten, Reptilien etc.

Es ist ein Zwiegespräch mit den gepressten Pflanzen. Schwingungen werden aufgenommen und weitergeführt. Aus der Natur Rezipiertes wird hinzugefügt, danebengestellt.

Insekten, mit Tusche gezeichnet, suchen formale und/oder inhaltliche Korrespondenz mit der Pflanze. Es ist aber auch ein Zwiegespräch zwischen Gestern und Heute.

Die Vergänglichkeit des fragilen Herbariums wird als Baustein der künstlerischen Arbeit verwendet und durch genaues hinsehen, bearbeiten, sichtbar machen, wiederbelebt.

Durch Laminieren konserviert und auf satinierten Glasplatten in zeitgemäßer Form präsentiert.